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Ludwig Brubach an Wilhelm Kindelberger, Rumbach
Chenoa, den 24.September 1893
Freund Wilhelm,
Deinen Brief und das Bild habe ich bekommen, aber den Jakob hätten wir nicht gekannt wenn du nicht dabei gewesen wärst. Du schreibst es gefällt dir jetzt auch besser als im Anfang. Das ist bei einem jeden, im Anfang
gefällt es keinem recht, bis man einmal die (Blessur) vergessen hat, dann ist es gerade so gut wie in Deutschland oder noch besser. Wenn du einmal ein oder zwei Jahre hier bist willst du nicht mehr hinaus. Deine
Eltern meinen du sollst wieder kommen. Wie denkst du das es dir gefällt wenn du wieder raus willst und sie setzen dir eine rote oder blaue Kappe auf, das ist auch keine (Plaisir) wenn man 2 oder 3 Jahre
herumgestoßen wird wie ein Hund und am End bekommt man nichts. Da hat man hier doch noch seinen freien Willen gegen dort, und wenn es einem auf einem Platz nicht gefällt, kann man auf einen anderen gehen und kann
während dieser Zeit ein paar hundert Thaler verdienen, aber wenn du dort bist mußt du dort bleiben, es kann dir gefallen oder nicht.
Bester Kamerad !
Bedenke dich zuerst und gehe nicht mehr hinaus, mache es wie dein Bruder und wenn du einmal Englsich kannst gefällt es dir besser. Du willst auch wissen was unser Fritz und seine Frau treiben. Sie schaffen bei einem
Farmer. Er als Knecht und sie als Magd. Ludwig Brubach schafft auch auf der Farm. Er hat sich diesen Sommer auch ein Pferd gekauft, das geht bei seinem Vater in die Kost. Er hat dem Friedelfritz auch schon 5 Thaler
geschickt. Die Karli ist die meiste Zeit beis Brubachs. Sie wollen sie nicht fortlassen. Sie haben Angst die Karli könnt einen anderen bekommen.Sie bleibt auch gerade so bei ihnen sitzen. Sie könnte schon längst ihr
Reisegeld verdient haben wenn sie gewollt hätte. Ich denke der Friedel könnte es auch brauchen. Sie wollen diesen Winter auch heiraten und die Julia auch. Er heißt Johann Kaub (Kaupp) er ist schon 9-10 Jahre im
Land. Seine Eltern sind dieses Frühjahr auch von Deutschland gekommen.Sie wohnen neben dem Schreiner. Der Schreiner verdient viel Geld. Er schafft mit einem anderen Schreiner. Sie bauen Häuser, Ställe und alles was
zu bauen ist. Er hat jeden Tag zwei und 1/4 Thaler. Das sind 9 Mark. Ich will dir auch noch schreiben was ich alleweil treib. Wir sind jetzt am Stoppel pflügen, ich pflüg alle Tage mit 3 Pferden. Ich habe jetzt 18
(Acres) gepflügt und habe jetzt noch 30.
Wenn dieses fertig ist geht das Korn (baschten?) welches dauert bis Weihnachten. Nach Neujahr gehe ich wieder in die Schule, du kannst auch kommen und mitgehen. Ich habe nicht so weit hinein wie in Rumbach.
Ich will nun schließen und dich und deinen Bruder vielmals grüßen.
Dein Freund Ludwig.
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