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Friedrich Feldner an seine Mutter und Familie in Rumbach
Donnybrook, den 27.Sept.1914
Liebe Mutter, Mina und Schwäger,
ich kann es nicht mehr länger unterlassen euch zu schreiben wie es bei uns geht. Wir sind soweit alle gesund, Hedwig ist auch viel besser.
Sie kann wieder schlafen und hat in drei Wochen vier Pfund zugenommen.
Liebe Freunde, wie es bei euch geht das können wir uns denken, denn viel Jammer und Elend bringt der Krieg auf Deutschland, das Herz zittert
einem im Leib wenn man das liest. Doch auch viele Hilfe kommt von allen Seiten, möge Gott doch helfen, das bald Frieden wäre. Nach den letzten Nachrichten hat der Herr den Deutschen schon viele Siege gegeben, hat
die Gebete seiner Kinder erhört und ich glaube mit vielen tausenden hier in Amerika, und wir hoffen Teutschland wird Sieger bleiben über seine Feinde, den in Teutschland war soviel wahres Christentum unter oder ist
der allmächtige selbst auch heute noch im Regiment und regiert die Welt auch den Krieg. Viele hier waren ja gewiß das Deutschland in kurzer Zeit vernichtet ist, gerade so war es in 1870. Damals waren die Franzosen
auch gewiß das sie in 4 Wochen schon in Berlin sind. Ja sie kamen in Deutschland aber nicht als Sieger, als Gefangene sogar auch Napoleon; ich erinnere mich oft jener Zeit. Ich war erst 11 Jahre alt und Vater 14
Jahr wir erzählen immer den Kindern davon.
Nein Deutschland kann nicht untergehen, Wenn man in die viele Grausamkeiten denkt die England verübt hat an den vielen Frauen und
Burenkinder.
Auch die Verfolgung der Juden in Rußland schrie zu Gott. Ich habe immer Heimweh gehabt nach Deutschland, und jetzt denke ich Tag und Nacht
an euch, wenn wir nachts aufwachen, tun wir euch alle bedauern. Ich denke wir können uns das Elend gar nicht einmal vorstellen, wie sind wir so froh das wir mit unseren Kindern in Amerika sind. Mir tun auch die
liebe alte Mutter bedauern das sie das noch erleben muß, wäret ihr damals doch auch mit uns auf Amerika gegangen, da hättet ihr´s besser gehabt, aber der Raun(??) kommt hinenach.
Liebe Mina, wie geht es dir, bist du noch gesund, ich denke Wilhelm ist auch fort. Schreibe uns alles wer fort gemusst hat. Schreibe alle
bei ........ Schreib so schnell wie du kannst, wir könne bald nicht warten. Gebt Rubys auch diesen Brief zu lesen, ihren Brief haben wir erhalten und die Postkarten wofür unsern besten Dank. Viele Grüße an sie und
sie sollen uns auch schreiben, wir sind heute fertig geworden treschen, wir haben dieß Jahr eine gute Ernte und bekommen auch einen guten Preis. Weizen ist 95 Cent bis 1 [Thaler] er war schon 109 Cent. Ich könnte
noch manches hin[zufügen] doch sei es an diesem genug. Wir wollen noch alle erbitten den Frieden des Herrn zum Schluß viel herzliche Grüße an euch alle.
Luise Feldner und Friedrich Feldner.
Wir hätten schon lange geschrieben aber wir haben gehört die Briefe gehen nicht durch
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