|
Ludwig Brubach an die Familie Wilhelm Kindelberger in Rumbach
Malinta, April.8.1920
Liebe Alle,
da die Vollmacht jetzt wieder zurückgekommen ist so will ich sie gleich wieder an euch schicken, denn ihr werdet schon lange darauf gewartet
haben. Aber es geht nicht gerade wie man denkt, ich dachte es kann sie vieleicht jemant gerade hier in unserer Kantonsstadt ferdig machen, ein Mann .......... sei dann unternommen und sagte er muß sie fortschicken
und es .....gerade zwei Wochen vom Tag wo wir sie abgegeben haben bis sie wieder zurück kam, ich hoffe das wenn sie jetzt nauskommt das sie auch recht ist, Liebe Mina, du schreibst auch von dem Ackerland. Du kannst
es ja dann dem Rubypetter fragen. Er kann es vorkaufen und kann alles das Geld wo meine Töchter zukomt erst wohl daraus behalten und drauflegen bis auf weiteres.
Liebe Mina und alle ,jetzt will ich euch noch schreiben wie es bei uns noch geht. Wenn man bloß gesund ist dann kann man sagen es geht gutt.
Und das sind wir, ich will euch auch schreiben von meinen Brüdern und Schwestern. Mein Bruder Leopold
[Leopold Brubach 1864-1943] hoct auf zwei Mädchen [Mathilda & Anna Elisabeth] seine Frau [Maria Veronica Erhardt, 1869-1912] ist auch gestorben. Sie haben 80 Ackerland hier sind aber wieder zurück nach Illinois, Bruder
Heinrich ist auch dort. Bruder Karl ist auch dort und hat 80 Acker Land. Schwester Jule ist auch dort und hat 80 Acker Land. Schwester Sophie
ist auch dort ist noch nicht verheiratet. Schwester Karlie
ist hier die haben 240 Acker Land, wir haben 59 Acker Land. Hier ist doch Land (....) auch sehr teuer von 350 bis 400 Thaler per Acker. Wir haben 3 Pferde, 3 Küh, 2 Rinder, 195 Hühner. Die Hühner legen von 50-70 Eier den Tag das Dutzend Eier sind jetzt noch 36 Cents. Das ist ein guter Preiß für Eier.
Es ist überhaupt alles sehr teuer. Das Korn oder wie man sagt Welschkorn (?) ist 2 Thaler 30 Cent , 100 Hafer 1 Thaler das
Buschel, Kartofeln 4 Thaler per Buschel, Fleisch von 20 bis 25 Cent, Butter 50 bis 60 Cent, wir brauchen aber das alles nicht zu kaufen, denn das haben wir alles genug. Verkauft haben wir an Korn und Hafer für 1656
T. 88 Cents Schweine haben wir 8 Stück verkauft für 2,89 (?) Thaler und zwei haben wir geschlacht, genug von diesem. Das Land hier ist sehr gut, es bringt 50-80 Buschel Korn, Hafer 50-60 Buschel per Acker, Die
Landschaft hier ist so ziemlich eben, man kann überall hir etliche Meilen weit sehen. Die Leute wohnen hier nicht so nah beisammen wie draußen und doch haben wir zwei Familien ziemlich nah. Wenn wir über sie rufen
können sie es hören. Nach der Kirch haben wir 3 3/4 Meil die fahren wir als jeden Sontag hin. Wir gehen auch gern in die Kirch haben auch einen guten Pfahrer, in die Kirch soll man auch gerne gehen, denn das ist ja
der einzigste Blatz wo man etwas gutes hören kann. Meine Tochter weiß nichts mehr von draußen. Ich habe sie schon oft gefragt ob sie dieses oder jenes noch weiß, dann sagt sie immer nein. Ich hab ihr ein
selbstspieler Piano gekauft das kostet blos 5,50 Thaler. Ich wollt ihr könntet einmal einige Tage oder Wochen bei uns sein. Dann wollten wir euch einmal eins spielen und schön ....... dazu, ha ha es ist ja auch
alles anders und besser da hüben. Ich wollt nicht mehr draußen sein für immer. Auf Besuch möchte ich gerne einmal wieder bei euch sein, und alle gefällt es gut mein Vater hat schon oft zu uns gesagt wir können alle
froh sein das wir dahüben sind. Man hat alles viel schöner und besser und braucht auch nicht so hart zu arbeiten, weil alles mit Pferde und Maschinen gearbeitet wird. Ich kann es euch gar nicht alles schreiben, wie
und mit was alles gearbeitet wird. Ihr könnt ja einmal eine Weile rüberkommen und euch alles selbst ansehen. Ich glaub es thät euch hier auch gefallen. Ihr könnt aber machen und glauben was ihr wollt. Wir sind jetzt
am Pflügen und Hafer säen.
Wir hatten einen sehr kalten Winter und immer Schnee. Es ist jetzt noch immer ein wenig kalt, mein Vater ist immer bei uns und ist jetzt 87
Jahre alt [Ludwig Brubach 1833-1923] ist noch immer gesund und munter. Er will noch immer schaffen, aber er muß es doch bald aufgeben. Du schreibst auch von Altschäfers Jakob daß seine Frau auch gestorben ist und
wieder heiraten geht. Ich hätte auch schon Gelegenheit gehabt, aber Liebe Mina, es gibt keine zweite Karli. Du weißt es ja wie ich war, entweder die Karli oder gar keine von Rumbach . Das weißt du ja, nicht weil sie
etwas gehabt hatt sondern weil sie so schön war. Wir waren bloß 11 Jahre verheiratet und O wie gerne hätte ich sie noch behalten, aber was Gott fügt das ist wohlgethan. O was habe ich schon durchmachen müßen und
denoch darf man nicht verzagen, man soll immer den lieben Gott vor Augen haben und auf ihn verlassen und .......
Wenn Menschen hilfe dir gebührt so hoffe auf Gott und zage nicht wenn niemant hilft so hilft doch Er. Mit ihm ist keine Last zu schwer. Ich
denke jetzt alles geschrieben zu haben und wenn nicht so könnt ihr mich ja im nächsten Brief fragen, ich hoffe das euch der Brief in bester Gesundheit antrifft als wie er uns verläßt. Viele Grüße von uns alle an
euch alle damit meine ich auch den Vater und Jakob. Grüßt alle die nach uns fragen. Seit so gut und gebt den Brief dem Vater und Jakob zu lesen denn ich bin ihnen auch einen Brief schuldig. Wenn ich einmal drankomm
, denn das schreiben geht auch ziemlich hart bei mir. Das heißt ich schreibe nicht gern. Aber lesen täht ich gern. So seit so gut und schreibt bald wieder.
Euer euch liebender Sohn, Schwager und Freund Lui.
So Gutnacht und zugleich auch Gutenmorgen. Ich wollt ich könnt hintendran stehen wenn ihr den Brief lest.
|