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Allenfort

Der Familienname Allenfort lässt sich unter 40 Millionen Telefonteilnehmem Deutschlands mindestens 31 mal, die Form Allenforth etwa einmal vor allem in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Thüringen nachweisen. Die beiden Schreibweisen, Allenfort und Allenford, fanden sich auch in der Kartei der Mormonen, wobei letztere in England nachweisbar ist.

Bei dem Familiennamen Allenfort handelt es sich offenbar um eine patronymische Kurz- und Koseform zu einem altdeutschen Rufnamen. In die Familiennamenbildung gingen nicht nur Vollnamen (Bernhard, Heinrich, Otto, Walther), sondern auch Ableitungen, Neben- (Henrich), Kurz-(Hans) und Koseformen (Hensel) von Rufnamen ein. Häufig wurde auch die ursprüngliche Schreibung des Namens durch verschiedene Einflüsse verändert.

Noch im 12. Jahrhundert trugen die Menschen oftmals nur einen Rufnamen, neben den ein Beiname treten konnte. Vor allem in Orten mit größerer Konzentration von Menschen, die häufig den gleichen Rufnamen trugen, musste ein weiterer Name zur Unterscheidung und Identifikation neben den eigentlichen Rufnamen gestellt werden. Der Name wurde meist vom Vater an die Nachkommen weitergegeben. Der entstandene Beiname erlangte zunehmend eigenständigen Charakter und festigte sich seit dem 12. Jahrhundert, zunächst in den Städten des südwestlichen Deutschlands, zum heutigen Familiennamen.

Diese Entwicklung wurde vor allem durch rechtliche Neuerungen wie dem Erbrecht und wirtschaftlichen Aufschwung beeinflusst. Aber auch die angrenzenden romanischen Länder - Italien und Frankreich - hatten einen nicht unwesentlichen Einfluss, da dort die Familiennamen festigende Zeit schon früher begann. In den an Deutschland nach Osten hin angrenzenden Ländern, z.B. Polen, begann die Herausbildung von Familiennamen etwa zur gleichen Zeit wie in Deutschland und fand ihren Abschluss in den ländlichen Gegenden etwa im 15. Jahrhundert.

Viele Namen slawischen Ursprungs gehen hierbei auf die Vermischung deutscher Siedler mit slawischen Völkern östlich der Elbe und Saale, in Teilen Frankens, Bayerns und Österreichs und natürlich auf die Einwanderungen aus osteuropäischen Gebieten zurück. Nach Westen sind slawische Familiennamen vorallem durch den Zuzug zehntausender Bergarbeiter, die seit dem 19. Jahrhundert in das Ruhrgebiet kamen und dann nach 1945 durch die Flüchtlinge gelangt.

Als patronymische Ableitung lässt sich der Name Allenfort neben die Namensform Alfort (etwa 20mal, Alford etwa 12mal, Allford etwa zweimal) stellen, die ebenfalls eine Kurzform zu zwei altdeutschen Personennamenstämmen darstellt. Und zwar handelt es sich hierbei um das anlautende Element althochdeutsch alb, alp (elbe), mittelniederdeutsch alf, angelsächsisch aelf'm der Bedeutung 'Elfe, Naturgeist'.

Nicht immer lassen sich die Kurz- und Koseformen eindeutig den alten Rufnamenelementen zuordnen. So könnte sich dieses Element auch mit althochdeutsch adal in der Bedeutung 'edel, vornehm; Abstammung, (edles) Geschlecht' vermischt haben.

Das Zweitelement im Namen Allenfort, Alfort geht hierbei auf althochdeutsch harti, herti liart, kräftig, stark' zurück. Somit könnte der Ausgangsname ein alter Alfhart (Alf-harf) gewesen sein, welcher zu Allfahrt, Alvert, Alford, Olfert, Elvert, Alferding u.a.m. verfestigt wurde. Dabei kam es zur Zusammenziehung beider Namenglieder und, besonders aufällig, zur Abschwächung des Auslauts -hart zu -(h)er(t) bzw. zum Übergang des lal zu lol im niederdeutschen Sprachraum, femer zum Wechsel von Ifl bzw. Ibl und /w/ bzw. /v/, der wiederum keine Seltenheit im Niederdeutschen ist.

Unter anderem fand sich der Name Allenfort (Alfort) in den Jahren 1174/1180 als Personenname Alfardus (frater laicus Kloster Riechenberg), Goslar; 1219 Alwardus de (von, aus; der) Silede, Halberstadt und als Familienname 1547 Cord Alverdes, Braunschweig = 1547 Corth Alvers; 1550 Hinrick Alfferdes, Bürger Harsleben; 1585 Barthold Alevers, Bürger Hannover; 1604 Anna Alvers, Neubürger Hannover.

Im Gegensatz zu einer sprachökonomischen Verkürzung (Alfort) wurde der Name Allenfort vielmehr erweitert, und zwar durch Nichtverstehen des Namens und in volkskundlicher Anlehnung an bekannte (Namen)Elemente. Hierbei wurde wohl auf den Begriff Furt Bezug genommen, vgl. althochdeutsch/Mrt, mittelhochdeutsch vurt 'Furt, Bahn, Weg (durch Moor), Flussübergangsstelle'. Die Formen auf -ford, -fort(h) stellen dann die niederdeutschen Entsprechungen dar, vgl. auch den englischen Ortsnamen Oxford.

In Deutschland aber konnte sich kein gleichlautender Orts- oder Örtlichkeitsname finden. Lediglich die Form 1536 Hermannus Alle, Bürger Wemigerode kann auf den westfälischen Ortsnamen Allen zurückgeführt werden. Femer findet sich mehrfach Allendorf in Niedersachsen, Hessen, Rheinland, Thüringen, Ostpreußen.

Möglicherweise handelt es sich auch um eine Uminterpretation des Namens Allerfort zum Flussnamen Aller (rechter Nebenfluss der Weser, entspringt in der Magdeburger Börde und mündet unterhalb von Verden), somit um einen Wohnstättennamen. Diese Gruppe von Namen entstand durch Benennungen von Personen - hier besonders Einheimischen - nach ihrem ursprünglichen Wohnort. Örtlichkeiten wurden vielfach nach Oberflächenerscheinungen der Landschaft (Ebner für 'den in der Ebene Wohnenden'), markantem Pflanzen- oder Tiervorkommen (Eichler für 'den an, beim Eichenwald Wohnenden' bzw. für 'den an, bei einer auffälligen Eiche Wohnenden') benannt. Sie sind allerdings aus heutiger Sicht kaum mehr zu lokalisieren, da es sich bei dieser Gruppe von Namen um häufig mündlich tradierte Formen handelt. Oft jedoch wurden Örtlichkeitsnamen zu heutigen Ortsnamen fest, z.B. Neuhaus für 'den im neuen Haus Wohnenden' und 'den aus Neuhaus Stammenden'.

Wohnstättennamen wurden zuerst beim Adel zu Familiennamen fest, die dabei den Stamm(be)sitz repräsentierten. Dann haben sie sich zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert vor allem auf dem Land, besonders in Gebieten mit Einzelhofsiedlung wie in Westfalen und in den Alpen entwickelt.

Hierbei kam es offenbar durch Nichtverstehen oder Falschlesen des Namens zur heutigen verfestigten Form Allenfort, ursprünglich Allerfort für den 'an, bei der Furt der aller Wohnenden'. Oder aber der Name bezeichnet den 'Angehörigen, Nachfahren, Sohn eines Allenfort/Alfort/Alfhart' bzw. kosend den 'kleinen Allenfort/Alfort/Alfhart'

Sandra Berndt, M.A.
Gesellschaft für Namenkunde e.V.
Universität Leipzig
Beethovenstr. 15
04107  Leipzig
Tel.: 0190/887735  Fax.: 0341/9737497
e-mail:sberndt@rz.uni-leipzig.de

Diese Auskunft kostete 50 EUR, und hat nach Bezahlung ca. 3 Wochen gedauert.

Laut meiner Großmutter Mina Allenfort sollen die Allenforts vor nicht bekannter Zeit aus England nach Pommern gekommen sein.

Alle Allenforts aus dem Telefonbuch stammen aus Pommern, bzw. der Gegend um Lauenburg. Die Allenforts in den USA stammen ebenfalls aus Pommern. Bisher konnten die einzelnen Familien leider noch nicht verbunden werden.

Es besteht die Möglichkeit, daß die Familie tatsächlich vor 1800 nach Pommern / Westpreussen “ausgewandert” ist. Von woher ist leider noch nicht bekannt.

 

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